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Kokosöl
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Frische grüne Kokosnüsse an einer PalmeKokosöl

Aus der Kokosnuss kann man nicht nur Kokoswasser oder Kokosmilch gewinnen, sondern auch Kokosöl. Dies erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Der Grund dafür sind die verschiedenen Anwendungsbereiche und unterschiedliche gesundheitsfördernde Effekte des Produktes. Hier werden Eigenschaften und Anwendungen für Kokosöl aufgezeigt. Soweit nicht anders angegeben, beziehen sich alle Aussagen auf ein natives, kaltgepresstes Kokosöl.

Abgrenzung zu Palmöl

Kokosöl wird aus dem Kokosfleisch der Kokosnuss gewonnen, der Frucht der Kokospalme (Cocos nucifera). Unabhängig davon gibt es auch Palmöl. Palmöl wird aus dem Fleisch der Früchte der Ölpalme (Elaeis guineensis) gewonnen. Dies ist eine ganz andere Pflanze. Palmöl kann mit guter Ölausbeute pro Fläche so kostengünstig hergestellt werden, dass es ein interessanter Grundstoff für die Nahrungsmittel-, Kosmetik- und sogar Kraftstoffindustrie geworden ist. Die Herstellung erfolgt in industriellem Maßstab, auch in Monokultur Plantagen. Palmöl hat viel Kritik in den Medien erhalten, da Regenwälder abgeholzt wurden und werden, um Flächen für Ölpalmen-Plantagen zu schaffen. Im Ergebnis wechseln viele Verbraucher, und aufgrund der Kritik auch einige Hersteller, von Palmöl auf Kokosöl, welches von dieser Problematik nicht betroffen ist.

Anwendungsbereiche

Überwiegend wird Kokosöl in der Küche eingesetzt. Hier kann es für das Kochen, Braten und Fritieren eingesetzt werden, wie auch als Brotaufstrich. Jedes Fett, welches für die Zubereitung von Lebensmitteln eingesetzt wird, kann prinzipiell durch Kokosöl ersetzt werden. Die einzige Ausnahme hiervon sind kalte, flüssige Anwendungen, wie z.B. Öl für Salate. Der Grund: Unterhalb von 25°C wird Kokosöl fest.

Auch für die Hautpflege ist Kokosöl bestens geeignet. Es zieht schnell ein, spendet Feuchtigkeit, glättet die Haut und stellt wichtige Aufbaustoffe bereit.

Weitere Anwendungsbereiche sind:

Haarpflege, Massage, Mundpflege (Ölziehen), Heilungsunterstützung bei oberflächlichen Hautverletzungen, Makeup Entfernung, zum Rasieren, Intimpflege, Deodorant, Schuppenentferner, Herstellung von eigenen Cremes und eigenen Seifen.

Begriffsbestimmung. Kaltgepresst, nativ, premium, oder extra?

An dieser Stelle möchten wir etwas Übersicht schaffen für die verschiedenen Arten von Begrifflichkeiten, die rund um das Kokosöl verwendet werden.

"Bio Kokosöl" - Bio ist in der europäischen Union eingesetzlich geschützter Begriff. Jeder, der ein Produkt mit Hinweisen auf "Bio", biologisch, organisch, ökologisch oder ähnlichem ausstatten möchte, ist verpflichtet sich dem Kontrollsystem für ökologischen Landbau zu unterstellen. Tut er dies, erwirbt er gleichzeitig das Recht und die Pflicht, das EU Bio Logo (das grüne Blatt) auf seinen Produkten anzubringen, und kann in Deutschland optional zusätzlich das Bio Logo verwenden. Aufgrund der engen Kontrollvorschriften darf der Kunde davon ausgehen, dass dort, wo Bio draufsteht, auch Bio drin ist. Dies gilt natürlich auch für Bio Kokosöl.

Gleichzeitig kann es aber auch vorkommen, dass nicht Bio draufsteht, und trotzdem Bio drin ist! Niemand ist verpflichtet, ein ökologisch hergestelltes Produkt auch dem Kontrollsystem zu unterstellen. Die Kontrolle ist in der EU privatisiert, d.h. die Kontrollstellen sind Privatunternehmen. Diese stellen den zu kontrollierenden Herstellern und Händlern ihre Kontrolldienstleistungen in Rechnung. Wer nicht mit Bio werben möchte, spart sich diese Ausgabe. Das wichtigste Argument für Bio ist die Abwesenheit von Pestiziden und sonstigen chemischen Zusätzen, während der Wachstumsphase der angebauten Pflanzen wie auch bei der Verarbeitung. Speziell die Kokosnuss ist jedoch so robust, dass gar nicht immer solche Chemikalien benötigt werden. Viele "konventionelle" Kokosplantagen werden gar nicht gespritzt, sind aber dennoch nicht Bio zertifiziert. Das Öl ist auch ohne Konservierungsstoffe sehr lange haltbar. Daher kann es durchaus vorkommen, dass ein Kokosöl nicht mit Bio beschrieben wird, aber dem Bio Kokosöl in nichts nachsteht. Eine Garantie für Pestizidfreiheit erhält man wiederum nur mit dem Siegel.

"Natives Kokosöl" - "Nativ" kennzeichnet ein Produkt, welches durch rein mechanische Verfahren gewonnen und anschließend nicht weiter verändert wird. Das bedeutet nicht automatisch, dass das Kokosöl kaltgepresst ist. Native Öle sind aber niemals raffiniert, fraktioniert, deodoriert oder gebleicht.

"Virgines Kokosöl", oder "Virgin Cocont Oil" - "virgin" ist der englischsprachige Ausdruck für "nativ".

"Kokosöl in Rohkost Qualität" - Rohkost bedeutet zunächst "ungekocht", bzw. eine pflanzliche Kost, besonders aus rohem Obst und Gemüse. Weiter versteht man darunter, dass die für das rohe Produk typischen Enzyme noch vollumfänglich intakt sind. Dies bedeutet typischerweise, dass das Produkt im Rahmen seiner Herstellung und Verarbeitung niemals eine bestimmte Temperatur überschritten hat. Wie hoch diese Temperatur ist, wird unterschiedlich gesehen, und sollte auch produktspezifisch betrachtet werden. Nicht jedes Produkt enthält dieselben Enzyme mit derselben Temperaturempfindlichkeit. Oft wird 40°C als die höchste Temperatur betrachtet, die ein Produkt erlebt haben darf um noch als Rohkost eingestuft zu werden. Speziell für Kokosöl gibt es auch die Auffassung, dass eine Verarbeitungstemperatur bis 60°C für Rohkost-Kokosöl zulässig ist. Man kann kritisch hinterfragen, welche Temperatur eine Kokosnuss bereits während des Wachstums in einem tropischen Land erlebt hat, wenn sie einmal dem Sonnenschein ausgesetzt war. Der Begriff "Rohkost" ist nicht gesetzlich geregelt. Hinzu kommt, dass es verschiedenste Auffassungen dessen gibt, was Rohkost bedeutet.

"Kaltgepresstes Kokosöl" - Kaltgepresst ist ein Öl, wenn es in einer mechanischen Ölpresse hergestellt wurde. Kaltgepresstes Kokosöl ist daher nie durch Auskochen entstanden. Die Kaltpresse ist eine rein mechanische Pressmaschine, welche das Pressgut mit hohem Druck zerdrückt, und dadurch das Öl vom Pflanzengewebe trennt. Durch den hohen Druck und die Pressbewegung entsteht aber gleichzeitig auch eine gewisse erhöhte Temperatur. Das liegt an der Reibungswärme innerhalb des Pressgutes, sowie zwischen Pressgut und Presse. Außerdem erzeugt höherer Druck immer eine höhere Temperatur, dies ist ein Naturgesetz welches durch die thermische Zustandsgleichung beschrieben wird. Wie hoch diese Temperatur ist, ist unterschiedlich. Für Kokosöl ist keine Maximaltemperatur gesetzlich geregelt. Bei Pressen mit hohem Pressgutvolumen in einem Pressgang sind sehr hohe Temperaturen bis weit über 100°C möglich. Moderne Schneckenpressen können auch mit Presstemperaturen von unter 45°C auskommen. Eine gesetzliche Regelung gibt es für Olivenöl. Hier gilt ein Öl nur dann als kaltgepresst (mit der Angabe "erste Kaltpressung" oder "kaltextraktion"), wenn es bei unter 27°C mechanisch gewonnen wurde. Für Kokosöl ist dies nicht möglich, einerseits da der Pressvorgang bei Kokosfleisch immer höhere Temperaturen hervorruft, andererseits da in den Herstellerländern bereits die Umgebungstemperatur ganzjährig über diesem Wert liegen kann. Man kann also zusammenfassen, dass "kaltgepresst" nicht immer kalt sein muss, und die Art der Kaltpressung entscheidend ist für die Qualität des Produktes.

"Kokosöl aus 1. Pressung" bedeutet, dass das Öl aus dem ersten Pressgang erzeugt wurde. Dies ist bei nativem Kokosöl grundsätzlich der Fall, Mehrfachpressungen sind hier absolut unüblich, daher ist dies eigentlich kein Differenzierungsmerkmal. Auch hier kommt die Begrifflichkeit aus der Welt des Olivenöls, wo der ausgedrückte Presskuchen der Oliven teils noch weitere Male gepresst wird, um den letzten Tropfen (dann eher minderwertigen) Öls noch herauszubekommen.

"Extra natives Kokosöl" oder "Kokosöl nativ extra" - Der Begriffszusatz "extra" ist für Kokosöl nicht gesetzlich geregelt. Zunächst handelt es sich auch hier um ein natives Kokosöl. Bezügliches des Zusatzes "extra" kann man wiederum auf die Regelungen für Olivenöl zurückgreifen. Hier gibt es eine ganze Reihe an Kriterien, die das Öl erfüllen muss, um als "nativ extra" bezeichnet werden zu dürfen. Das wichtigste Kriterium ist hier der Gehalt an freien Fettsäuren, auch genannt die "Säurezahl". Ein Olivenöl darf einen Anteil von 0,8% an freien Fettsäuren nicht überschreiten, wenn es als "nativ extra" bezeichnet werden soll. Diesen Wert kann man ebenso für Kokosöl ansetzen, auch wenn dies nicht vorgeschrieben ist. Auch ein Kokosöl sollte demnach den Anteil von 0,8% freier Fettsäuren nicht überschreiten, wenn es als "nativ extra" beschrieben wird. Kokosöl hat aber häufiger einen geringen Anteil freier Fettsäuren: Ein gutes Kokosöl kann 0,2% freier Fettsäuren erreichen bzw. unterschreiten, insofern ist der Grenzwert von 0,8% für Kokosöl nicht schwer zu erreichen.

"Premium Kokosöl" - Der Begriff "Premium" ist generell nicht gesetzlich geregelt. Hersteller nutzen diesen Begriff gern, um zwischen mehreren Produktlinien zu differenzieren, wobei die höherpreisige Produktlinie dann mit dem Wort "Premium" gekennzeichnet wird.

Herstellung

Kokosöl kann auf verschiedene Weisen hergestellt werden.

Kochen: Die "einfachste" Herstellungsmethode, die von vielen einheimischen Familien der Herstellerländer genutzt wird, ist die Herstellung durch Auskochen. Hier kann ein sehr großer Anteil des Öls aus dem Kokosfleisch herausgelöst werden, und keine Maschinen sind erforderlich. Das Öl kann wortwörtlich mit Hausmitteln hergestellt werden. Das Produkt ist aber von minderer Qualität, da das gekochte Öl großer Hitze ausgesetzt wurde, und oft auf Holzfeuer gekocht wurde, wodurch es ein sehr rauchiges Aroma annimmt. Es ist immernoch ein Kokosöl und weist viele der Vorteile des Öls auf, aber ist nicht mehr für alle Arten der Anwendung geeignet, und büßt an Vitaminen, Enzymen und Nährstoffen ein. In Europa wird diese Art von Öl typischerweise nicht angeboten.

"Nasse" Extraktion mit Fermentierung: Das Kokosfleisch wird geraspelt und kalt gepresst (siehe hierzu auch die Erläuterungen zur Kaltpressung). Es entsteht Kokosmilch. Überlässt man die Kokosmilch sich selbst, so arbeiten die Enzyme der Kokosnuss daran, das Öl vom Wasser zu trennen. Das Öl schwimmt dann oben auf und kann durch Dekantierung gewonnen werden, d.h. rein mechanisches Abscheiden oder Abschöpfen der oben schwimmenden Ölschicht. Durch Filtrierung oder dem Zusatz weiterer Enzyme kann dieser Vorgang beschleunigt werden. Dieser Prozess kommt ohne zusätzliche Wärme aus. Die Verarbeitungsdauer ist in dieser Methode sehr lang, sie beträgt mehrere Wochen bis Monate zwischen Ernte und Abfüllung. Dies erhöht die Gefahr, dass Fremdorganismen (Hefe, Schimmel, Salmonellen) Kontakt zum Produkt bekommen. Die Enzyme, welche bei der Gewinnung des Öls aktiv waren, sind auch nach der Gewinnung weiterhin aktiv und können die Haltbarkeitsdauer des Öls verringern. Die Kokosnuss enthält natürliche Enzyme, die Lipasen, welche Fettsäuren aufspalten können, was zum hydrolytischen Verderb führt. Weiterhin muss sich der Hersteller Gedanken machen um die restliche Feuchtigkeit im Öl. Ist zuviel Wasser im gewonnenen Öl, reduziert sich die Haltbarkeit zusätzlich.

"Nasse" Extraktion mit Zentrifuge: Das Kokosfleisch wird geraspelt und kalt gepresst. Es entsteht Kokosmilch. Diese wird in einer Zentrifuge in Öl und entrahmte Milch aufgetrennt. Das Öl wird gefiltert und abgefüllt. Diese Methode erlaubt eine geringe Herstellungstemperatur und einen schnellen Prozess zwischen Öffnung der Kokosnuss und Abfüllung des Öls. Kritisch können hier der Feuchtegehalt sein sowie die Haltbarkeit, denn auch hier verrichten die Lipasen noch immer ihr zersetzendes Werk.

"Trockene" Extraktion: Das Kokosfleisch wird geraspelt und getrocknet. Die getrockneten Raspeln werden kalt gepresst. Es entsteht direkt Kokosöl. Es wird gefiltert und abgefüllt. Diese Methode erlaubt einen schnellen Prozess zwischen Öffnung der Kokosnuss und Abfüllung des Öls sowie einen guten Feuchtegehalt und Haltbarkeit. Kritisch kann hier die Verarbeitungstemperatur beim Trocknen betrachtet werden. Diese wird unterschiedlich gehandhabt. Die trockene Extraktion ist die am weitesten verbreitete Herstellungsmethode für natives, kaltgepresstes Kokosöl welches industriell hergestellt und in Europa vermarktet wird.

Sollte bei der Herstellung des Kokosöls keine gute Qualität erzeugt worden sein, sei es aufgrund mangelhaften Eingangsmaterials, ungeeigneten Herstellungsprozesses oder schlicht Fehlern bei der Herstellung, steht noch immer der Weg zur Raffinierung, desodorierung oder sonstigen Weiterverarbeitung offen. Hier werden die ungewünschten Eigenschaften des Öls entfernt, und ein geschmacks- und geruchstneutrales Produkt erzeugt, welches wieder Abnehmer in Haushalt und Industrie findet.

Qualität

Die Qualität des Endproduktes ist nicht nur von der eingesetzten Herstellungsmethode abhängig. Mindestens ebensowichtig wie die Methode ist die Qualität des Eingangsmaterials: Die Qualität der eigentlichen Kokosnuss. Diese ist jedoch wesentlich schwieriger zu beurteilen und zu beschreiben als der Herstellungsprozess. Der Prozess wird von Menschen erfunden und betrieben, und ist daher einfacher zu beurteilen und zu bewerten. Welche Palme jedoch mehr Nährstoffe oder mehr Schadstoffe aus der Umgebung aufgenommen hat, mehr Sonne gesehen hat, auf gutem Boden wuchs, schnell oder langsam eine saftige, gesunde Kokosnuss erzeugt hat, das ist deutlich schwieriger zu erfassen, insbesondere für den europäischen Kunden, der "seine" Palme nie wachsen sah.

Wie unter den Produktionsmethoden bereits angedeutet wurde, ist auch innerhalb einer bestimmten Methode das Öl herzustellen sehr viel Spielraum, diese Herstellung qualitativ hochwertig oder minderwertig auszuführen.

Ein gutes, gesundes Kokosöl ist aus besten Nüssen schonend hergestellt worden. Doch was sind beste Nüsse, und vor allem, was ist schonend? Ist völlige Schonung wirklich immer gut? Hier herrscht eine lebhafte Diskussion unter den Herstellern, die jeweils ihre Methode als die Beste Methode anpreisen. Nasse Extraktion mit Fermentation wird zuweilen als "Absolutely No Heat" (ANH) bezeichnet; die Zentrifugenmethode glänzt ebenfalls mit geringen Verarbeitungstemperaturen, und die trockene Extraktion kann mit relativ geringen Temperaturen (um 60°C in der Trocknung) durchgeführt werden welche die Enzyme deaktivieren, jedoch nicht abtöten, und somit zusätzlich zum vollen Nährstoffgehalt eine lange Haltbarkeit sicherstellen.

Die für den Kunden erlebbaren Qualitätsmerkmale sind folgende:

  • Farbe. Ein gutes Öl ist weiß (fest) bzw. transparent (flüssig). Ein Gelbstich oder Braunstich ist ein Zeichen von Hitzeeinwirkung oder Kontamination während der Herstellung. Es sei denn es handelt sich um Whole Kernel Oil, sozusagen Vollkornöl, in welchem die zarte braune Haut zwischen Kokosnussschale und dem weißen Kokosfleisch mit gepresst wird. Hier ist eine Braunfärbung normal.
  • Duft. Ein gutes Öl duftet dezent nach Kokosnuss. Es darf leicht karamellig riechen, das ist ein Anzeichen für die trockene Extraktion. Es darf nicht ranzig oder seifig riechen, dann ist es überlagert und durch Oxidationsprozesse verdorben. Es darf nicht geruchslos sein, dann ist es desodoriert oder raffiniert. Es darf nicht rauchig riechen, das ist ein Anzeichen für Hitzeeinwirkung.
  • Geschmack. Der Geschmack von Kokosöl ist sehr dezent, er weist nur eine leichte Note von süsslicher bis fruchtiger Kokosnuss auf. Auch der Geschmack darf nicht ranzig oder rauchig sein.
  • Konsistenz. Der Schmelzpunkt von 25°C ist ein Zeichen für ein natives Kokosöl. Schmilzt es erst bei 30°C oder darüber, ist es gehärtet.

Für den Kunden sind die Laboranalysen des Herstellers typischerweise unzugänglich. Ein gutes Kokosöl bietet einen hohen Gehalt an Laurinsäuren (45-52%), sowie einen niedrigen Gehalt an freien Fettsäuren (bis 0,2% für ein sehr gutes Öl), und eine geringe Feuchtigkeit (bis 0,1% ist ein guter Wert) für eine gute Haltbarkeit.

Von Gehärtet bis Raffiniert

Abgesehen von nativem, kaltgepresstem Kokosöl, welches hauptsächlich beschrieben wurde, ist im Handel ebenfalls erhältlich, typischerweise zu geringeren Kosten:

  • Gehärtetes Kokosfett. Den Fettsäuren wird chemisch Wasserstoff angefügt (Hydrierung). Doppelbindungen innerhalb der Moleküle werden gelöst und mit Wasserstoff abgesättigt. Die veränderten Moleküle ohne Doppelbindungen haben einen höheren Schmelzpunkt. Bei der Härtung können evtl. Trans-Fette entstehen.
  • Desodoriertes Kokosöl. Hier werden dem Öl geschmacksintensive Stoffe entzogen durch Wasserdampfdestillation bzw. Einblasen von Strippdampf. Der Prozess findet typischerweise bei Temperaturen um 200°C statt, und muss oberhalb von 100°C stattfinden um Wassereintrag in das Öl zu minimieren.
  • Fraktioniertes Kokosöl. Fraktionierung bedeutet Trennung der verschiedenen Fettsäurenarten des Öls in "Fraktionen". Fraktionen sind Anteile des Öls mit ähnlichen Eigenschaften, in diesem Fall mit ähnlichem Siedepunkt oder Schmelzpunkt. Dies geschieht z.B. durch gezieltes Abkühlen des Öles, wobei langkettige Fettsäuren früher kristallisieren und dann entfernt werden können. Höherschmelzende Fette können dadurch von niedrigschmelzenden getrennt werden.
  • Raffiniertes Kokosöl. Die Raffination von Speiseölen umfasst verschiedene Prozesschritte, in denen unerwünschte Bestandteile abgetrennt werden. Diese Bestandteile sind Lecithin, Proteine, Kohlenhydrate, freie Fettsäuren, Farbstoffe und Duft/Geschmacksstoffe (siehe Desodorierung). Damit können im Rohzustand nicht verzehrbare Öle sowie minderwertige Öle verzehrfähig gemacht werden.

Eigenschaften

Ernährungswissenschaftliche Eigenschaften

Kokosöl besteht hauptsächlich aus gesättigten Fettsäuren. Dennoch: Kokosöl ist sehr gut geeignet für eine cholesterinbewusste Ernährung. Es kann zu einer Erhöhung des HDL (High Density Liboprotein) Cholesterinspiegels kommen. HDL wird populärwissenschaftlich als "gutes Cholesterin" bezeichnet, denn es dient dem Transport von Cholesterin zur Leber, reduziert dadurch die Gefahr der Arterienverkalkung. Kokosöl ist daher eher geeignet eine Arterienverkalkung zu vermeiden, als sie hervorzurufen.

Medizinische Eigenschaften

Die mittelkettingen Fette des Kokosöls wirken sich vorteilhaft auf die Gewichtsveränderung und Blutfettwerte aus, schließt eine chinesische Studie: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20473577

Kokosöl wirkt gegen Karies: http://www.sciencedaily.com/releases/2012/09/120902222459.htm

Ein Naturvolk-Experiment mit Kokosöl erzeugt eine überaus gesunde Population: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7270479

Mittelkettige Fette gegen Alzheimer: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2731764/?tool=pubmed

Mittelkettige Fette gegen Krebs: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/kokosoel-gegen-krebs-ia.html

Kokosöl wird bei Hautinfektionen eingesetzt. Pilzbefall und Bakterienbefall der Haut wird behandelt. http://naturalmedicinejournal.com/journal/2014-05/treatment-dermal-infections-topical-coconut-oil

Therapeutische Eigenschaften

Kokosöl eignet sich hervorragend als Massage?l. Es ist nicht "zu schnell", so dass die Muskulatur optimal bearbeitet werden kann. Das Öl wird von der Haut sehr gut aufgenommen und pflegt sie nachhaltig. Selbst die Haare können mit dem Öl gepflegt werden. Darüber hinaus verströmt natives Kokosöl einen angenehmen Duft, welcher sehr zur Entspannung der Massierten beitragen kann. Man muss - je nach Umgebungstemperatur - das Öl vor der Anwendung angenehm temperieren, um es optimal verarbeiten zu können.

Physikalische Eigenschaften

Wie erwähnt, liegt Kokosöl bei Temperaturen unterhalb 25?C in fester Form vor. Daher wird es auch als Kokosfett bezeichnet. In den Ländern der Herstellung dieses Produktes jedoch ist das Kokosöl grundsätzlich flüssig, da dort die Umgebungstemperatur selten unter die Marke von 25°C sinkt. Hieraus ist auch die Bezeichnung als "Öl" geprägt.

Die Farbe ist weiß (in festem Zustand), oder transparent wie Wasser (in flüssigem Zustand). Die Farbe ist jedoch Qualitätsabhängig und kann auch gelblich oder bräunlich sein.

Die Dichte von Kokosöl beträgt ca. 920 Gramm pro Liter (bzw. 0,92 kg/dm³). Es ist daher wie die meisten Öle leichter als Wasser.

Kokosöl verfügt über eine hohe Temperaturspeicherfähigkeit. Bei Temperaturänderungen kann es daher länger dauern, bis das Öl die Umgebungstemperatur angenommen hat. Es kann daher auch bei Lufttemperaturen über 25°C noch eine Weile fest bleiben, und bei kälteren Temperaturen flüssig, bis es sich anpasst.

Die Viskosität (Zähflüssigkeit) von Kokosöl ist sehr temperaturabhängig. Kokosöl ist etwas dickflüssiger als Wasser. Typischerweise wird die Viskosität einer Flüssigkeit bei 20°C gemessen. Da Kokosöl bei dieser Temperatur fest ist, wird die Viskosität von Kokosöl bei höheren Temperaturen gemessen. Die kinematische Viskosität von Kokosöl bei 50°C liegt bei 21,7 mm²/s (Quelle: Dipl. ing. Karl Maurer, Universität Hohenheim).

Kokosöl hat eine sehr geringe Oberflächenspannung. Daher verhält es sich wie ein "Kriechöl", das bedeutet es verteilt sich leicht über eine Fläche, und dringt auch in kleine Ritzen und Spalten gut ein. Hieraus ergibt sich ein hoher Anspruch an Aufbewahrungsbehälter für Kokosöl, da es sehr schwierig ist, z.B. einen Deckel gegen ein stark kriechendes Öl abzudichten. Dieses Verhalten sorgt aber auch dafür, dass das Öl gut in die Haut einzieht.

Chemische Eigenschaften

Kokosöl besteht hauptsächlich aus mittelkettigen, gesättigten Fettsäuren. Besonders nennenswert ist der hohe Laurinsäureanteil des Kokosöls. Die Verteilung der Fettsäuren ist wie folgt (Quelle: APCC Standards für natives Kokosöl):

Capronsäure (C6): 0,1-0,95%
Caprylsäure (C8): 4-10%
Caprinsäure (C10): 4-8%
Laurinsäure (C12): 45-56%
Myristinsäure (C14): 16-21%
Palmitinsäure (C16): 7,5-10,2%
Stearinsäure (C18): 2-4%
Ölsäure (C18:1): 4,5-10%
Linolsäure (C18:2): 0,7-2,5%

Der Brennwert beträgt 3700 kJ bzw. 900 kcal für 100g Kokosöl. Dieser Wert ist gemäß Lebensmittelinformationsverordnung (Verordnung 1169/2011), Anhang XIV, zur Berechnung vorgegeben für Fett, aus welchem Kokosöl zu 100% besteht.

Der Schmelzpunkt liegt bei 25°C, der Rauchpunkt bei 194°C, Flammpunkt bei 288 °C, wobei gerade bei nativem Kokosöl als Naturprodukt mit Schwankungen in diesen Werten zu rechnen ist.

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