Kokosöl Qualität

Wovon hängt die Qualität eines Kokosöls ab, und wie erkenne ich sie?

Die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Kokosöl Qualität sind:

  • Herkunft der Kokosnüsse, Ort der Plantage, Art des Bodens, Klimazone, aktuelle klimatische Bedingungen, Reinheit des Wassers und der Luft.
  • Anbaubedingungen, Einsatz von Pestiziden, vermischter Anbau mit Untersaaten oder Weideflächen für Tiere.
  • Produktionsmethode um aus den Kokosnüssen das Kokosöl herzustellen, schonende Durchführung der Produktion, Kontakt des Öls mit den Materialien in der Produktion, genaue Auswahl der Materialien, mit denen das Öl während der Produktion und auf dem späteren Transportweg in Kontakt kommt.

Viele Sorten und Marken von Kokosöl, die wir in Deutschland angeboten bekommen, sind einander in vielen Bereichen ähnlich. Der Grund dafür ist, dass bei uns hauptsächlich Bio Kokosöl nativ und kaltgepresst nachgefragt wird. Daher werden genau diese Öle auch oft angeboten. Geringere Qualitäten wie z.B. raffiniertes Kokosöl, oder durch Auskochen hergestelltes Kokosöl, wird teilweise in den Herstellerländern an die lokale Bevölkerung als Koch- und Backöl verkauft, aber gar nicht erst nach Deutschland importiert. Die überwiegende Mehrzahl der Kokosölanbieter in Deutschland bekommen das Öl aus den Philippinen oder aus Sri Lanka, und fast alle werden in trockener Extraktion mit Kaltpressung hergestellt. Allerdings: So ähnlich sie auch sein mögen, der fühlbare Unterschied ist im Geschmack. Das Aroma in Duft und Geschmack des Kokosöls ist der fühlbarste Teil der Kokosöl Qualität, und daher auch der, auf den man besonderes Augenmerk bei der Auswahl legen sollte. Dafür muss man eventuell mehrere Produkte kaufen und vergleichen.

Die Qualität des Eingangsmaterials, der eigentlichen Kokosnuss, ist wesentlich schwieriger zu beschreiben als der Herstellungsprozess. Der Prozess wird von Menschen erfunden und betrieben, und ist daher einfacher zu beurteilen und zu bewerten. Welche Palme jedoch mehr Nährstoffe oder mehr Schadstoffe aus der Umgebung aufgenommen hat, mehr Sonne gesehen hat, auf gutem Boden wuchs, schnell oder langsam eine saftige, gesunde Kokosnuss erzeugt hat, das ist deutlich schwieriger zu erfassen, insbesondere für den europäischen Kunden, der „seine“ Palme nie wachsen sah.

Wie unter den Produktionsmethoden bereits angedeutet wurde, ist auch innerhalb einer bestimmten Methode das Öl herzustellen sehr viel Spielraum, diese Herstellung qualitativ hochwertig oder minderwertig auszuführen.

Ein gutes, gesundes Kokosöl ist aus besten Nüssen schonend hergestellt worden. Doch was sind beste Nüsse, und vor allem, was ist schonend? Ist völlige Schonung wirklich immer gut? Hier herrscht eine lebhafte Diskussion unter den Herstellern, die jeweils ihre Methode als die Beste Methode anpreisen. Nasse Extraktion mit Fermentation wird zuweilen als „Absolutely No Heat“ (ANH) bezeichnet, als Vorteilhaft gilt die geringe Verarbeitungstemperatur, kritisch können mögliche Kontamination sowie Verderb diskutiert werden; die Zentrifugenmethode glänzt ebenfalls mit geringen Verarbeitungstemperaturen, könnte jedoch auch ein leichter verderbliches Öl erzeugen, und die trockene Extraktion kann mit relativ geringen Temperaturen (um 60°C in der Trocknung) durchgeführt werden welche die Enzyme deaktivieren, jedoch nicht abtöten, und somit zusätzlich zum vollen Nährstoffgehalt eine lange Haltbarkeit sicherstellen.

Die für den Kunden erlebbaren Qualitätsmerkmale sind folgende:

  • Farbe. Ein gutes Öl ist weiß (fest) bzw. transparent (flüssig). Ein Gelbstich oder Braunstich ist ein Zeichen von Hitzeeinwirkung oder Kontamination während der Herstellung. Es sei denn es handelt sich um Whole Kernel Oil, sozusagen Vollkornöl, in welchem die zarte braune Haut zwischen Kokosnussschale und dem weißen Kokosfleisch mit gepresst wird. Hier ist eine Braunfärbung normal.
  • Duft. Ein gutes Öl duftet dezent nach Kokosnuss. Es darf leicht karamellig riechen, das ist ein Anzeichen für die trockene Extraktion. Es darf nicht ranzig oder seifig riechen, dann ist es überlagert und durch Oxidationsprozesse verdorben. Es darf nicht geruchslos sein, dann ist es desodoriert oder raffiniert. Es darf nicht rauchig riechen, das ist ein Anzeichen für Hitzeeinwirkung.
  • Geschmack. Der Geschmack von Kokosöl ist sehr dezent, er weist nur eine leichte Note von süsslicher bis fruchtiger Kokosnuss auf. Auch der Geschmack darf nicht ranzig oder rauchig sein.
  • Konsistenz. Der Schmelzpunkt von 25°C ist ein Zeichen für ein natives Kokosöl. Schmilzt es erst bei 30°C oder darüber, ist es gehärtet.

Für den Kunden sind die Laboranalysen des Herstellers typischerweise unzugänglich. Ein gutes Kokosöl bietet einen hohen Gehalt an Laurinsäuren (45-52%), sowie einen niedrigen Gehalt an freien Fettsäuren (bis 0,2% für ein sehr gutes Öl), und eine geringe Feuchtigkeit (bis 0,1% ist ein guter Wert) für eine gute Haltbarkeit.

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