Kokosöl richtig lagern

Wie wird Kokosöl optimal gelagert? Ist Kokosöl im Kühlschrank aufbewahren eine gute Idee?

Natives kaltgepresstes Kokosöl ist sehr lange haltbar, auch ohne dass es verarbeitet wurde, oder mit Konservierungsstoffen künstlich haltbar gemacht wurde. Eine hohe Qualität des Öls hilft dabei, dass sich das Öl lange hält. Nicht zuletzt sind dafür die antimikrobiellen Eigenschaften des Öles verantwortlich. Keime die in das Kokosöl geraten, werden vom Öl selbst angegriffen – natürlich in bestimmten Maßen. Wenn zu viele Keime im Öl vorhanden sind, kann es dennoch dazu kommen, dass das Öl verdirbt.

Am besten lagern Sie Kokosöl im Küchenschrank oder im Vorratskeller. Der Kühlschrank ist nicht die beste Lösung um Kokosöl zu lagern. Wichtig sind drei Elemente:

  • Lichtgeschützt
  • Bei Raumtemperatur
  • Sauber, ohne Verunreinigungen

Kokosöl lichtgeschützt lagern ist wichtig, da Lichteinfall die Abspaltung der Fettsäuren im Kokosöl fördert. Dann entstehen freie Fettsäuren, und das Öl wird ranzig.

Kokosöl bei Raumtemperatur lagern ist von Vorteil, damit sich im Inneren des Kokosölbehälters kein Kondenswasser niederschlagen kann.

Im Glas befindet sich immer etwas Luft. Stellt man das Glas nun in den Kühlschrank, wird nicht nur das Öl kalt. Auch die Luft im Glas kühlt sich ab. Aus der kalten Luft kann nun die Luftfeuchtigkeit im Glas kondensieren sich niederschlagen.

Das Öl selbst ist kein guter Nährboden für Mikroben, denn diese werden vom Kokosöl selbst angegriffen. Bei Wasser ist das anders. Wasser ist ein idealer Nährboden für allerhand Mikroben, die sich dort entwickeln können. Wird die Konzentration hoch genug, können diese selbst die antimikrobielle Wirkung des Öles überwältigen und zum Verderb des Öls beitragen. Abgesehen davon ist die eigentliche Lagertemperatur im Kühlschrank kein Problem für das Öl, aber auch kein besonderer Vorteil gegenüber der Raumtemperatur.

Das Sauberhalten des Glases von innen, nachem es geöffnet wurde, ist aus denselben Gründen sehr wichtig. Auch nach dem Öffnen hält sich Kokosöl sehr lang, wenn man es ordentlich behandelt. Es dürfen keine Fremdstoffe oder Verunreinigungen, und insbesondere keine Feuchtigkeit in das Glas gelangen. Denn alles was in das Glas gelangt, könnte wiederum einen Nährboden für Mikroben bieten.

Die Qualität des Kokosöls ist ein entscheidender Faktor für die Lagerfähigkeit. Fragen Sie den Hersteller Ihres Vertrauens nach zwei Details über sein Öl:

  1. Welche Säurezahl hat das Öl? Die Säurezahl bezeichnet den Gehalt an freien Fettsäuren im Kokosöl. Gemäß der Spezifikation für natives Kokosöl (APCC Standards for Virgin Coconut Oil) darf das Öl höchstens einen Gehalt von 0,2% an freien Fettsäuren aufweisen, um als natives Kokosöl bezeichnet zu werden. Ein sehr gutes Kokosöl kann sogar eine Säurezahl von 0,1% aufweisen, niedrigere Werte sind selten. Die Säurezahl wird typischerweise zum Zeitpunkt der Herstellung angegeben, denn sie erhöht sich im Verlauf der Zeit. Unter Lichteinfall wird dieser Prozess beschleunigt, und aktive Lipasen, Enzyme im Kokosöl, beschleunigen die Spaltung ebenfalls. Eine sehr geringe Säurezahl ist ein Zeichen für eine hohe Qualität bei der Herstellung, sowie die schnelle Verarbeitung frischer, hochwertiger Kokosnüsse.
  2. Welchen Feuchtigkeitsgehalt hat das Öl? Wie beschrieben bietet Wasser einen hervorragenden Nährboden für Mikroben. Je weniger Feuchtigkeit im Öl vorhanden ist, umso länger hält es sich. Der APCC Standard schreibt einen maximalen Feuchtegehalt von 0,1% für natives Kokosöl vor. Dieser Wert ist sehr streng. Wird er eingehalten, kann man ebenfalls von einer sehr guten Haltbarkeit des Öles ausgehen.

Wie lange hält sich dann das Kokosöl?

Kokosöl wird grundsätzlich mit 2 Jahren Haltbarkeit hergestellt. Haltbarkeit bedeutet hier jedoch nur das Datum, welches auf den Behälter aufgedruckt wird. Tatsächlich hält Kokosöl jedoch viel, viel länger, als der Hersteller auf der Verpackung angeben darf! Schätzungsweise 10 Jahre sind ein Zeitraum, den hochwertiges, natives, kaltgepresstes Kokosöl sich gut und gerne halten kann.

Die Haltbarkeit, wie sie auf dem Behälter steht, gilt für den verschlossenen Behälter, bei ordentlicher Lagerung. Doch wie verhält es sich nach dem Öffnen? Oft gibt es keine Angaben auf dem Behälter, wie lange es sich nach dem Öffnen noch hält.

Das hängt damit zusammen, dass kein genauer Zeitraum genannt werden kann. Hauptsächlich hängt es davon ab, ob etwas in das Glas gelangt, was dort nicht hineingehört. Der Hersteller weiß natürlich nicht, was damit passiert, und z.B. in Bad oder Küche sind die Möglichkeiten ja vielfältig.

Wenn das Kokosöl jedoch wie oben beschrieben sauber und dunkel im Küchenschrank steht, kann man sagen: Geöffnet hält das Kokosöl genausolange wie verschlossen.

Kokosöl ist an der Luft stabil. Durch den Einfluss von Sauerstoff verdirbt es nicht schneller als in einem verschlossenen Glas.

Der wichtigste Verderbmechanismus für Öle ist das Ranzigwerden. Ranzig riecht ein Öl, wenn die Konzentration an freien Fettsäuren im Öl zunimmt. Unsere Nase ist „geeicht“ auf diese freien Fettsäuren, diese werden bereits in unglaublich geringen Konzentrationen von der Nase wahrgenommen. Daher ist ein Öl, welches nicht ranzig riecht, auch nicht durch freie Fettsäuren verdorben. Wenn es darüber hinaus auch gut aussieht und nichts darauf wächst, dann gibt es keinen Anlass zur Besorgnis.

Es ist ganz sicher nicht erforderlich, ein Kokosöl wegzuwerfen, nur weil das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Man sollte sich lieber auf die eigenen Sinne verlassen, um selbst zu beurteilen, ob das Öl im eigenen Schrank noch gut ist, oder besser entsorgt werden sollte.

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